Bestandsanlage

Nulleinspeisung nachrüsten

Eine vorhandene PV-Anlage auf 0 % Einspeisung umstellen: welche Wege es gibt, was Sie dafür brauchen und worauf Sie achten müssen.

Kurz gefasst

Geht das bei jeder Anlage?

In den meisten Fällen lässt sich eine bestehende Anlage auf Nulleinspeisung umstellen. Ob und wie einfach, hängt vor allem vom Wechselrichter und vom vorhandenen Zähler- und Messkonzept ab. Moderne Wechselrichter und Hybrid-/Speichersysteme bringen eine Einspeisebegrenzung oft schon mit; ältere Geräte brauchen einen externen Regler oder ein übergeordnetes Energiemanagement.

Drei Punkte entscheiden über den Aufwand:

Wie viel Solarstrom bei 0 % je nach Dach und Verbrauch abgeregelt würde, können Sie vorab mit dem Rechner zur Einspeisebegrenzung abschätzen.

Weg 1: Funktion im Wechselrichter aktivieren

Viele Wechselrichter beherrschen eine Einspeisebegrenzung ab Werk. Zusammen mit einem passenden Energy Meter am Hausanschluss lässt sich der Sollwert auf 0 Watt Einspeisung setzen. Das ist der direkteste Weg, regelt aber nur die eigene Erzeugung herunter. Überschuss, der nicht gespeichert oder verbraucht wird, geht verloren.

Weg 2: Externer Nulleinspeisungs-Regler

Lässt sich der Wechselrichter nicht selbst drosseln, übernimmt ein externer Regler die Aufgabe: Er misst am Netzanschlusspunkt und steuert den Wechselrichter bzw. den Speicher. Diese Lösung ist herstellerübergreifend einsetzbar und sinnvoll, wenn ältere Komponenten im Spiel sind.

Weg 3: Energiemanagement (HEMS)

Ein Heim-Energiemanagement setzt eine Stufe früher an. Statt den Überschuss nur abzuregeln, schaltet es flexible Verbraucher wie Warmwasser, Wärmepumpe oder Wallbox gezielt in die Sonnenstunden und koordiniert den Speicher. So sinkt die Einspeisung Richtung null, ohne dass viel Solarstrom verloren geht. Mehr dazu unter Eigenverbrauch statt Drosseln.

WegWann sinnvollWas bleibt zu beachten
Wechselrichter-Funktionmoderner Wechselrichter mit Einspeisebegrenzungregelt nur die Erzeugung, Überschuss wird abgeregelt
Externer Reglerältere oder gemischte Komponentenzusätzliche Hardware und Einbindung nötig
Energiemanagementwenn Überschuss genutzt statt verschenkt werden sollnutzt Speicher und Verbraucher, höchste Eigenverbrauchsquote

Schritt für Schritt

  1. Bestand prüfen: Wechselrichter-Modell, Speicher, vorhandene Messung und Zählerart erfassen.
  2. Weg wählen: Wechselrichter-Funktion, externer Regler oder Energiemanagement.
  3. Messung sicherstellen: Energy Meter oder Stromwandler am Netzanschlusspunkt ergänzen, falls nicht vorhanden.
  4. Fachgerecht einbinden: Installation und Arbeiten am Zählerschrank durch eine Elektrofachkraft.
  5. Netzbetreiber informieren: die geänderte Betriebsweise melden und im Marktstammdatenregister aktuell halten.
Wichtig Auch beim Nachrüsten gelten die Anmeldepflichten. Eine wesentliche Änderung der Anlage oder Betriebsweise ist dem Netzbetreiber zu melden, und die Daten im Marktstammdatenregister müssen aktuell sein. Was generell gilt, lesen Sie unter Anmelden & Pflichten.

Nachrüsten und mehr Überschuss selbst nutzen

Das Soluxion HEMS Plus lässt sich in viele bestehende Anlagen einbinden. Die Einspeisebegrenzung selbst übernimmt weiterhin Ihr Wechselrichter oder ein externer Regler, das HEMS Plus setzt davor an: Es lässt Wallbox, Wärmepumpe und über smarte Schalter auch einen Heizstab in den Sonnenstunden laufen und stimmt E-Auto und Hausbatterie aufeinander ab. So nehmen gesteuerte Lasten einen Teil des Überschusses auf, und es muss weniger abgeregelt werden. Die Vorgaben zur Steuerbarkeit nach §14a EnWG und §9 EEG erfüllt es ab Werk: vorkonfiguriert und angebunden an die Steuerbox Ihres Netzbetreibers. Auf Basis der Open-Source-Software evcc, mit über 800 unterstützten Geräten, lokal und ohne Cloud-Zwang.

Quellen & weiterführend

Allgemeine Information ohne Gewähr, keine Installationsanleitung und keine Rechtsberatung. Eignung und Umsetzung hängen von der konkreten Anlage ab; Planung und Anschluss gehören in die Hand qualifizierter Fachbetriebe und einer Elektrofachkraft.