Vom Messpunkt am Hausanschluss bis zur Wechselrichter-Regelung – so wird die Einspeisung auf null gebracht.
Nulleinspeisung ist im Kern ein Regelkreis. Ein Sensor misst am Übergabepunkt zum öffentlichen Netz – also dort, wo der Stromzähler sitzt – fortlaufend die Leistung und die Richtung des Stromflusses. Würde im nächsten Moment Strom aus dem Haus ins Netz fließen, greift die Steuerung ein und reduziert die eingespeiste Leistung, bis am Zähler wieder null oder ein Bezug aus dem Netz anliegt.
Vereinfacht durchläuft das System ständig drei Schritte:
Damit wirklich am Hausanschluss und nicht nur am Wechselrichter geregelt wird, braucht es eine Messung am Netzanschlusspunkt. Üblich sind:
Die Messwerte gehen an die Regelung – das kann der Wechselrichter selbst, ein Hybrid-/Speicher-Wechselrichter oder ein übergeordnetes Energiemanagement sein.
Steht mehr Solarleistung zur Verfügung als verbraucht wird, gibt es zwei Stellhebel:
Ein Batteriespeicher nimmt den Überschuss als Erstes auf. Solange er laden kann, muss nicht abgeregelt werden – der Strom wird nur zwischengespeichert. Das ist die verlustärmste Variante, begrenzt aber durch Kapazität und Ladeleistung.
Reicht die Speicheraufnahme nicht, wird die Wirkleistung des Wechselrichters reduziert. Er produziert dann bewusst weniger, als die Module liefern könnten. Diese nicht erzeugte Energie ist endgültig verloren – sie wird weder eingespeist noch genutzt.
Verbrauch und Erzeugung schwanken im Sekundentakt – ein Backofen schaltet zu, eine Wolke zieht vorbei. Die Regelung muss schnell genug reagieren, damit nicht doch kurz Strom ins Netz fließt. In der Praxis arbeitet man mit:
| Variante | So funktioniert sie | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Wechselrichter-intern | Hersteller-Zähler meldet an den Wechselrichter, der selbst drosselt. | einfach, aber regelt nur die eigene Erzeugung |
| Hybrid mit Speicher | Speicher-Wechselrichter puffert Überschuss und regelt zusätzlich. | verlustärmer, da Überschuss erst gespeichert wird |
| Energiemanagement (EMS/HEMS) | Übergeordnete Steuerung verschiebt Verbraucher in die Überschussstunden. | nutzt Überschuss, statt ihn nur abzuregeln |
Reine Wechselrichter-Lösungen erreichen die Null durch Abregeln. Ein Energiemanagement setzt eine Stufe früher an: Es sorgt dafür, dass der Überschuss gar nicht erst weggeregelt werden muss, indem es Wärmepumpe, Warmwasser, Wallbox und Speicher gezielt dann einschaltet, wenn die Sonne liefert.
Das Soluxion HEMS misst den Überschuss und legt Ihre größten Verbraucher automatisch in die Sonnenstunden – so sinkt die Einspeisung Richtung null, ohne dass Strom abgeregelt wird. Auf Basis der Open-Source-Software evcc, mit über 550 unterstützten Geräten, lokal und ohne Cloud-Zwang.
Allgemeine, vereinfachte Darstellung ohne Gewähr. Keine Fach- oder Installationsanleitung. Planung und Anschluss gehören in die Hand qualifizierter Fachbetriebe und einer Elektrofachkraft.